Im Sommer 2025 entstand in meinem Garten im Homeoffice zwischen SSH-Sessions und Testanrufen ein Aha-Moment: Unser Telefon-KI-Agent antwortete plötzlich auf griechisch – automatisch, flüssig, in Echtzeit. Der erste echte „Wow“-Moment war geboren: Telefon-KI, die in Echtzeit spricht – und versteht. Und ich habe dabei sehr viel gelernt.
Denn was als Prototyp begann, ist heute ein Telefonassistent, der Anrufe wie ein Mitarbeiter annimmt, Fragen beantwortet und Workflows auslöst – inklusive Wiki-Anleitungen und Testphase zum direkten Loslegen.
Foto: Meine Katze Lady Tabea hilft mir in meinem Outdoor-Homeoffice - Hinweis: Foto aus 08/2025 - die Bildschirminhalte wurden mit Hilfe von KI unverfänglich modifiziert / inhaltlich unkenntlich gemacht.
Im Sommer 2025 saß ich in der Sonne in meinem (wirklich großen) Garten. Laptop auf den Knien, SSH-Terminals offen, Logfiles im Blick. Meine Katze schlenderte gelegentlich vorbei, legte sich daneben – und ich war in diesem seltenen Zustand aus Ruhe und kompletter Konzentration: pure Entwicklerfreude.
Ich baute gerade an den ersten Prototypen einer KI, die ans Telefon gehen kann. Nicht „drück 1 für…“, nicht „Bitte hinterlassen Sie eine Nachricht“, sondern: ein echtes Gespräch in Echtzeit. Und ja – das bedeutet Details, die man sonst lieber verdrängt: RTP-Ströme, Timing, Erkennung von Gesprächsereignissen, saubere Steuerung, Abbrüche, Wiederanwahl, Edge Cases. Sie kennen das.
Die Debug-Schleife war simpel und brutal: Code → Testanruf → Logfile → Bugfix → nochmal.
Mein Gärtner war irgendwo im Garten zugange und bekam zwangsläufig einiges davon mit, weil ich die Testanrufe oft für meinen persönlichen Komfort auf Lautsprecher laufen hatte. Irgendwann blieb er stehen, schaute rüber und fragte neugierig: „Was machen Sie da eigentlich die ganze Zeit?“
Ich erklärte ihm: „Ich baue eine KI, die Telefonate führen kann.“ Er lachte – dieses „ja klar“-Lachen – und sagte sinngemäß: „Das glaub ich erst, wenn ich’s selbst erlebe.“
Also hielt ich ihm mein iPhone hin: „Okay. Rufen Sie diese Nummer an. Fragen Sie nach den Öffnungszeiten von meinem Test-Restaurant.“
Er wählte. Es klingelte. Die KI ging ran. Und dann passierte etwas, womit ich nicht gerechnet hatte: Er sprach nicht Deutsch. Nicht Englisch. Sondern einfach griechisch. Und die KI antwortete – auf griechisch.
Ich starrte für einen Moment auf meine Terminals und dachte: Moment… wieso…? Dann fiel’s mir wie ein Stein ein: Ich hatte die Sprache im Setup gar nicht fest verdrahtet. Genau genommen hatte ich da gar nicht drüber nach gedacht. Die stand noch auf Auto-Erkennung.
Das war mein erster „Gamechanger“-Moment. Nicht, weil Mehrsprachigkeit ein Buzzword ist, sondern weil es in der Praxis sofort etwas löst: Wenn jemand anruft, der nicht perfekt Deutsch spricht (oder gar nicht), kippt ein Gespräch sonst schnell. Mit Auto-Erkennung und passenden Antworten bleibt es flüssig – und der Anrufer fühlt sich abgeholt.
Ein paar Tage später kam der zweite Moment – der, der weniger romantisch war.
Ich schaltete die Nummer testweise das erst mal überhaupt live in einem meiner Betriebe. Einfach so. Wieder ein sonniger Tag, wieder ich im Garten, wieder SSH-Sessions und -Logs offen. Ich wartete auf den ersten echten Anruf – mit dieser Mischung aus Spannung und leichter Panik: Wie reagieren Menschen, wenn da keine Person drangeht, sondern eine KI?
Der erste Anruf kam. Und er war… kein Gast. Kein Kunde. Kein Mensch mit echter Frage. Es war ein Werbeanruf.
Aber nicht diese nervige Bandansage. Sondern ebenfalls eine KI, die in Echtzeit sprechen konnte. Für ein paar Sekunden saß ich da und hörte zu, wie KI mit KI redete.
Das war gleichzeitig absurd und lehrreich. Denn genau das ist die Realität im Telefon-Alltag vieler Unternehmen: Sie wollen sich um Kunden kümmern – und bekommen stattdessen Zeitfresser, Unterbrechungen, Spam.
Also machte ich das, was man als Builder dann macht: Ich nahm den Prompt-Block, in dem das Verhalten der Telefon-KI definiert ist, und ergänzte glasklar, wie sie auf Werbeanrufe reagieren soll: freundlich, kurz, konsequent – und ohne Zeit zu verbrennen.
Diese zwei Erlebnisse haben den Ton gesetzt: Telefon-KI ist nicht Spielerei. Sie ist ein Werkzeug. Für echte Abläufe. Für echte Entlastung. Sie hilft echten Menschen - und KI's *g*. Anrufern wie den Angerufenen gleichermaßen.
Seitdem ist viel passiert – und ich bin ehrlich stolz darauf, dass wir Telefon-KI-Agenten jetzt in unseren Telefon-Tarifen anbieten. Und damit alle unsere Kunden diese AHA-Momente auch kennen lernen können, sind die KI-Agenten in der Einführungsphase aktuell sogar kostenfrei nutzbar!
Die Agenten können eingehende Anrufe annehmen – wie ein Mitarbeiter, nicht wie ein Anrufbeantworter:
Die KI bringt allgemeines Weltwissen mit – aber im Betrieb zählt das konkrete Wissen über Ihr Unternehmen. Deshalb bekommt der Agent eine Wissensbasis für Ihren Use-Case: Infos, Regeln, FAQs, interne Abläufe. So beantwortet sie nicht „irgendwas“, sondern das, was zu Ihnen passt.
Wenn aus Gesprächen echte Workflows werden sollen, brauchen Sie Anbindungen. Dafür gibt es Webhooks/API-Requests an Ihre Systeme oder externe Dienste.
Und wir unterstützen bereits MCP (Model Context Protocol) – ein Standard, um Tools und Systeme sauber und strukturiert an KI anzubinden, auch während eines laufenden Gesprächs.
Als deutsche Firma haben wir Datenschutz von Anfang an als Pflichtteil betrachtet – nicht als „Später kümmern wir uns“.
Für den Betrieb heißt das vor allem: Transparenz gegenüber Anrufern. Sie können Ansagen vorschalten, aufklären und – je nach Setup – Einwilligungen einholen. Außerdem sind Dinge wie Mitschnitt/Transkript kein Muss, sondern konfigurierbar.
Ich habe in den letzten Monaten in vielen Momenten wertvolle Erfahrungen gesammelt - auch im ersten Livebetrieb. Aber auch bei vielen weiteren Tests: Denn mein Gärtner war nicht der einzige der versucht hat die KI am Telefon aus den Tritt zu bringen. Bei unseren Mitarbeitern bei Portunity war dies quasi die sportliche Disziplin Nummer 1. Vieles von diesen Erfahrungen haben wir zum nachlesen bereits "in Wiki-Artikel gegossen" und geben unser Wissen damit gerne an Sie als Abkürzung weiter.
Damit mein Blog hier jetzt nicht „einfach endet“, nun der direkte Einstieg – je nachdem, ob Sie bereits Telefon-Kunde von Portunity sind oder neu starten möchten:
Hinweis: In der Einführungsphase können Sie die KI-Assistenten in unseren Tarifen aktuell kostenfrei testen – ideal, um Prompts und Wissensbasis in Ruhe fein zu justieren und erste Erfahrungen zu sammeln.
Gerne stehen wir alle Ihnen auch für Ihre Fragen mit Antworten zur Verfügung. Wenden Sie sich gerne an unser Team.
27.01.2023
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