10 Tipps für mehr Unabhängigkeit Ihres Hotel-Betriebes nach der Preiserhöhung von HRS

Vergangene Woche ging ein Aufschrei bei einigen meiner Gastronomie- und Hotellerie-Kontakten durch die sozialen Netzwerke: Das Vermittlerportal HRS.de hatte seine Provision von 13% auf 15% zum 1. März 2012 erhöht. Dies teilte HRS seinen Kunden vergangene Woche per Rundmail mit. Weitere Tochterfirmen von HRS wie Hotel.de und Tiscover sind wohl gleich davon mit betroffen.  Damit war der Tief-Schlaf einiger Hoteliers erheblich gestört worden. 

In meinem heutigen Blogbeitrag möchte ich darauf eingehen, warum ich es so sehe, dass die Hotellerie es eigentlich nicht besser verdient hat. Es geht mir hier aber nicht um Schadenfreude, sondern vor allem zu zeigen welche Dinge für einen effektiven Direktvertrieb angegangen werden müssten. Ich werde meine Finger in Wunden legen - was manchmal möglicherweise schmerzhaft ist (sorry dafür). Ich möchte dies vor allem aber konstruktiv tun. Dazu habe ich am Ende meines Beitrages zehn wertvolle Tipps für Hoteliers zusammengetragen. Wobei diese Tipps sich auch auf viele andere Branchen übertragen lassen - womit der Artikel dann hoffentlich auch für andere Branchen und Unternehmer lesenswert wird und die Hotellerie eher als konkretes Beispiel herhält.

Über Vermittlungsportale und deren Abhängigkeiten

Portale, welche die Vermittlung von Hotel-Reservierungen anbieten, verlangen vom Hotelbetreiber in der Regel eine Vermittlungsprovision auf den vermittelten Umsatz. Stellt man als Hotelier also seine Zimmer zur Vermittlung ein und verlangt beispielsweise 100 Euro (läst sich einfach mit rechnen und ist ihm gehobenen Bereich ja auch nicht gänzlich abwegig) für eine Nacht und es kommt zu einer Vermittlung, muss der Hotelier an den Portalbetreiber eine Gebühr bezahlen - die sich eben nach dem Umsatz richtet. Die Zeiten von 5% oder 10% sind dabei schon lange vorbei - in den vergangenen Jahren wurde dieser prozentuale Anteil immer größer und erreichte bei den größten Portalen schon lange den zweistelligen Bereich.

Und natürlich geht mit jeder Erhöhung jedes Mal ein großes Grummeln durch die Hotelier-Communities. Logisch, wer gibt schon freiwillig was vom Umsatz ab. Und 15% sind natürlich zugegebener weise auch schon sehr üppig und mehr als in mancher Branche überhaupt an Marge drin ist. Der Hintergrund ist aber, dass heute kaum ein Hotelier mehr um diese Vermittlungs-Portale herum kommt. HRS.de hat im Oktober erst die Plattform hotel.de übernommen und ist damit nun sicherlich in Deutschland der Portalbetreiber mit der größten Reichweite - und lässt nun die Muskeln gegen die ohnmächtigen Hoteliers spielen die kaum umhinkommen da mitzuspielen ? Diese gefühlte Abhängigkeit ist eben genau der Knackpunkt und meiner Meinung nach selbst verursacht.

So ärgerlich jede Preiserhöhung ist (haben wir bei uns im Einkauf ja auch regelmäßig und müssen wir manchmal auch weitergeben, dies macht keinen großen Spaß) - zuviel Mitleid ist meiner Meinung nach aber nicht angebracht. Ich möchte die provokante These wagen: Im Prinzip ist die Hotellerie diese Abhängigkeit doch selber schuld. Wenn man das Internet und die Chancen, die dieses bietet, derart konsequent verpennt, sich mit dem größten Umbruch seit der industriellen Revolution nicht mal im Ansatz beschäftigt, man sich mit Internet- und digitalem Marketing auf gar keinen Fall auseinander setzt - dann sollte man sich nicht wundern wenn dies eben andere tun und dafür bei steigendem Erfolg immer kräftiger die Hand aufhalten.

 

Entwicklung eigener Websites und Homepages - oft völlig falsches Verständnis

Ich erinnere mich an eine Anfrage letztes Jahr eines kleinen familiengeführten Hotels mit 15 Zimmern nach einer neuen Homepage im Internet. Nichts besonderes: Einige wenige Seiten über das Hotel, die Zimmer, den Service, 2-3 Seiten über Angebote drum herum, Anfahrt, Kontaktanfrage und Impressum. So eine typische kleine Website eben "Hier sind wir nun auch im Internet" angekommen. Primär ging es eigentlich sogar nur darum die bestehende Website etwas auf zu hübschen und moderner wirken zu lassen. Im Prinzip war es aber die Anfrage nach einer Minimalversion. Beim Preis von round about 3500-4000 Euro zuckte man aber schon erheblich zusammen, dies sei viel zu viel - der Sohn der Schwester (oder so ähnlich) würde es als studentische Kraft für 500 Euro machen. Soll er tun, Schade um die verlorene Zeit auf beiden Seiten.

Aber mal ganz ehrlich: Was wir da angeboten hatten war echt ne totale Minimalversion von dem was man eigentlich hätte tun müssen. Dies hätte eh nur der erste Schritt ins Internet sein können. Sinnvoll wäre eher ein Budget von 15.000 oder 25.000 Euro gewesen auf 1-2 Jahre, dann hätte man mal anfangen können einen professionellen Texter zu aktivieren, Suchmaschinenoptimierung zu betreiben (die 3500 Euro hätte man dann alleine in 24 Monaten an Lizenzen für Analysesoftware ausgegeben), Social-Media angehen können, Anzeigen zu schalten (Stichwort Google Adsence & Co), vielleicht ein kleines Video für Youtube drehen können, überhaupt mal die Google-Maps und anderen Einträge angehen können, vielleicht ein kleines Blog betreiben können samt strategischem Linkaufbau und so weiter und so fort. Vielleicht wäre auch ein kleines eigenes Reservierungssystem drin gewesen samt Anbindung an lokale Software ?

Jetzt zuckt vielleicht der eine oder andere meiner Leser aus der Hotellerie erst recht zusammen. 25.000 Euro und Aufwärts für eine Website - spinnt der Rücker nun total ? Nein, aber all diejenigen die solche Gedanken haben sind dann diejenigen, welche bei HRS und Hotel.de nächstes Jahr gerne auch 17% oder gleich 20% Umsatzbeteiligung bezahlen sollen. Und bitte beschwerdefrei. Dies sind bei 100.000 Euro vermittelten Jahresumsatz dann bei den jetzigen 15% in vier Jahren immerhin 60.000 Euro, bei 17% wären es 68k und bei 20% in 4 Jahren 80k - sollte man sich mal vergegenwärtigen was man da wem freudig in den Rachen wirft.

Letztendlich zeigen solche Beispiele immer ein falsches Verständnis davon, was eine Website leisten soll und wofür sie eigentlich da ist. Der eine sieht darin eben nur eine bunte multimedial angereicherte Anzeige im Internet - dann sind 3-4 tausend Euro in der Tat viel Geld. Man kann Sie aber auch als Ladengeschäft und wichtigen Bestandteil des elektronischen Verkauf-Prozesses sehen um als zentrales Glied mehrere hundert tausend Euro Umsatz komplett zu steuern. Dann sind 20-tauend gar nichts - und die Hotelportale übernehmen genau diesen wichtigen Part des "Buchungs-Prozesses".

Welches komische Verständnis auch z.B. in der Gastronomie herrscht, sieht man bei der neusten Meldung zum renommierten Gourmetführer Michelin. Auch dort wurde das Internet nahezu vollständig verschlafen - nun will man schleunigst den Anschluss finden. Im Kern sollen dabei Bezahlmodelle eingeführt werden und alles ein wenig mehr Interaktion versehen werden (Stichwort Web 2.0) - inklusive Kundenkritiken. Großköche wie Alain Ducasse sagen deshalb einen Aufschrei der ganzen Branche voraus: "Wenn Sie wirklich  Kommentare zulassen, wird das einen Sturm im Metier auslösen". Ein französisches Fachblatt titelte sinngemäß "Michelin will die Köche den Usern ausliefern". Lachhaft. Wer, wenn nicht die Gäste, sollen ein Restaurant denn sonst bewerten ? Soll dies ein exklusives Recht für geheime Feinschmecker sein ? Sorry, aber so funktioniert das Internet nun wirklich nicht. Zurück zur Hotellerie...

Aufmerksamkeit resultiert in Besucherströmen die zu Buchungen führen

Letztendlich geht es doch nur um Aufmerksamkeit im Web und daraus resultierenden Besucherströmen (sogenannter Traffic) samt Konvertierung (sogenannte Conversion-Rate) zur Bestellung aka Buchung. Und die Hoteliers haben in den meisten Fällen schlicht das Internet nicht verstanden wie Erzeugung von Aufmerksamkeit, Traffic und Konvertierungsrate funktioniert - und versumpfen dann aus Unwissenheit, falschem Geiz und Angst vor großen Zahlen - oder schlicht Bequemlichkeit - bei den großen Hotelportalen.

Und die Probe kann man sofort zur Eigenprüfung nachvollziehbar mit machen: Man braucht doch in Google nur mal eingeben "Hotel Wuppertal". Von zehn geschalteten Werbeanzeigen (Google-Adwords) sind heute (22.1.2012) noch immer sieben von Hotelvermittlungs-Plattformen und nur drei von lokalen Hoteliers (immerhin). Auf dem allerersten Suchmaschinen-Platz sitzt Hotel.de, gefolgt von Trivago und hrs.de - noch irgendwelche anderen Fragen ? Desto größer (und desto lukrativer) die Städte sind, desto massiver dominieren dann übrigens die Hotel-Plattformen (vergleiche Keywords "Hotel Wuppertal" mit "Hotel Köln" bei Google).

Wo investieren die Hotelportale die vereinnahmten Provisionen ?

Darf man da vor diesem Hintergrund dann rumjammern ? Denn letztendlich machen HRS & Co doch nichts anderes als die "üppigen" Provisionen zu nehmen und davon Anzeigen zu schalten, also den Besucherstrom aka Traffic bei Google abzufangen und auf die eigene Website zu leiten. Sie stecken Geld in Suchmaschinenoptimierung und schaffen es durch ihre viel professionelleren Webseiten und entsprechenden Optimierungen in jeder einzelnen Stadt auf die ersten Plätze vor den eigentlichen Betrieben zu bekommen. Groß anstrengen brauchen die sich ja auch noch nicht mal, bei einer Website von 4k kann und wird da nicht viel überzeugendes geliefert werden. 

Der Auftraggeber fragt die Agentur "kümmern sie sich auch um Google ?" was die Agentur dann schnell bejaht (wären ja auch blöd wenn sie was anderes sagen würden) - aber in den meisten Fällen war es das dann. Wirklich Suchmaschinen- und vor allem besucheroptimiert wird dann trotzdem nicht gearbeitet (was viele 08/15-Werbeagenturen auch vom Knohow oft gar nicht leisten können). Und damit nicht genug: Die großen Portale stecken Geld in viele weitere Methoden um im Web auf zig anderen Seiten Aufmerksamkeit zu erzeugen - und ziehen auch von da den Traffic ab auf die eigene Plattform. All dies könnten die Hoteliers aber doch auch selber machen - nur eben nicht für ein Gesamtbudget von nur 3-4k.

Die sozialen Medien, allen voran Facebook, ermöglichen zusätzliche wertvolle Direktkontakte die man in Buchungen vorbei an Hotel-Portalen ummünzen könnte - wenn man denn dann ein eigenes Reservierungssystem hätte. Solange aber Hotels in die eigene Website noch irgendwelche externen umsatzabhängigen Plattformen verlinken, braucht man über eine bessere Erzeugung von Besucherströmen (Traffic) in der Tat aber eigentlich gar nicht weiter nachdenken.

Prozeß ist noch nicht zu Ende: Portale erhöhen die Reichweite

Interessant ist auch: Es wird weitergehen. HRS schreibt dies auch ganz offen selber: Die Reichweite der Portale sei deutlich erhöht worden, z.B. durch Kooperationen wie mit Air Berlin, der Deutschen Bahn und weiteren Konzernen. Außerdem sei man auf den wichtigsten mobilen Plattformen unterwegs und erreichbar - ein weiterer Trend welchen die Hoteliers lieber verschlafen. Aber stimmt ja auch, die eigene Website in einer zusätzlichen mobilen Version zu entwickeln kostet ja gleich noch einmal Geld und überfordert die meisten Werbeagenturen sowieso dann vollends. Aber auch HRS & Co kosten diese vielfältigen Maßnahmen gutes Geld - und das holen die Portalbetreiber sich eben durch steigende Umsatzprovisionen wieder. Bei gleichzeitiger deutlich weiter gestiegener Abhängigkeit der Hoteliers. Ist doch eigentlich alles ganz einfach, verständlich und nachvollziehbar. Da hilft aber auch kein jammern.

10 Tipps für mehr Unabhängigkeit von Hotels: Wie erreicht man Direktbuchungen ?

Was wäre der richtige Weg ? Die folgenden Hinweise sind so allgemein, sie gelten eigentlich für jeden Unternehmer einer jeden Branche:

     

  1. Wissen und Knohow: Zunächst einmal sich mit dem Internet, digitalem Marketing usw. richtig intensiv auseinander setzen. Dies ist Voraussetzung um überhaupt die richtigen Experten abseits von Wald- und Wiesen Werbeagenturen zu finden und diese richtig Briefen zu können. Man muss nicht die ganzen Tricks der Suchmaschinen-Optimierung alle selber beherrschen, aber man muss im Überblick wissen wie Suchmaschinen beispielsweise funktionieren und was möglich ist um als Unternehmer die richtigen Anweisungen geben zu können. Dies betrifft neben Suchmaschinen auch Social-Media, Google-Maps, Youtube, Blogs, Anzeigen-Schaltungen und viele Aspekte mehr. Da gibt es viele Bücher und der Besuch entsprechender Schulungen wäre angesagt. Dies kostet Zeit, Geld und Nerven, erfordert offenen Geist für neues und stört vor allem die ruhende Komfortzone. Schon klar.
  2.  
  3. Ziele und Budgetes definieren: Vernünftige Ziele und richtige Budgets definieren. Eine Website im Internet ist mehr als nur eine Homepage oder teure Werbeanzeige wie in einer Zeitung. Mit 2k kommt man nicht weit, eine Zehnerpotenz mehr ist schon notwendig um wirklich anzufangen was zu bewegen. Hier ist ein richtiges Verständnis von Größenordnungen hilfreich - große Hotelportale dürften ganze Abteilungen haben von Mitarbeiter die sich um Suchmaschinen kümmern und je weitere für Social-Media, Apps und so weiter. Ja klar, die geben dafür vermutlich Millionen aus - die der kleine Hotellier in der Summe nicht hat - aber woher haben denn die großen Portale die bitte ?
  4.  
  5. Besucherströme aka Traffic steuern: Überlegen wo und wie erzeugt man Besucherströme (Traffic) die zur Website gelangen und wie monetarisiere ich diese am effektivsten, so dass am Ende Buchungen und Aufträge rauskommen (und zwar bitte ohne teurere Provisionen an Dritte zahlen zu müssen, die immer gerne mitverdienen wollen).

Fortsetzung: "10 Tipps für mehr Unabhängigkeit von Hotels: Wie erreicht man Direktbuchungen ?" 

  1. Aufmerksamkeit im Web erzeugen: Aber das wichtigste ist überhaupt der Plan wie man Aufmerksamkeit im Web erzeugt: Haben Sie da einen ? Das schalten von Anzeigen ist der leichteste und teuerste, aber da sollte man nicht ausschließlich drauf setzen. Wird man in Suchmaschinen gefunden ? Bin ich in Google-Maps drin ? Habe ich meinen Eintrag da überhaupt schon in Besitz genommen ? Werde ich in Branchenbüchern gefunden ? Wer kann noch Links zu mir setzen (= Empfehlungen im Web) und wie bringe ich die Leute dazu Links zu setzen ? Letztendlich geht es hierbei auch um Inhalte, Inhalte und noch mehr Inhalte - in der Internetbranche spricht man auch vom Content. Wie viele Texte haben Sie die letzten 12 Monate produziert ? Auf der eigenen Website und auf anderen Websites ? Was glauben Sie warum ich diesen Blogbeitrag gerade an meinem Sonntag-Nachmittag schreibe ? Das Sie hier sind, beweißt am besten es funktioniert :)
  2.  
  3. Monetarisierung: Damit am Ende der Umsatz in der Kasse klingelt, muss der gesamte Weg der Wertschöpfungskette angegangen werden: Eine schicke professionelle Website bringt nichts wenn sie nicht gefunden wird - und umgekehrt verschreckt man seinen mühsam gewonnenen Besucher mit einem Schutthaufen an hässlicher Website. Und eine Website ohne Bestell- oder zumindest Anfrage-Formular wird im übrigen die Kasse in keinem Fall klingeln lassen, egal wie hässlich diese ist und egal ob sie nicht gefunden wird.
  4.  
  5. Regelmäßigkeit und ständige Optimierung: Wer glaubt, es ist damit getan eine Website einmal ins Netz zu setzen und das war's, der hat schon verloren und kann sich diesen ersten Schritt eigentlich auch sparen (außer man tut's für das eigene Ego). Vielmehr ist jede Woche, jeden Monat eine neue Analyse notwendig um Verbesserungspotential zu finden. Und dann muss die eigene Website erweitert und verbessert werden. Muss man dann nicht selber tun, dies kann dann durchaus die betreuende Agentur tun. Aber den Auftrag formulieren "hey, da hätte ich gerne noch einen Unterseite um beim Keyword XYZ besser gefunden zu werden oder dem potentiellen Gast mehr Informationen zu geben" - dies muss man schon selber initiieren. Keine Agentur wird Ihnen nach abgeschlossenem Projekt dies bezüglich was sagen - außer Sie beauftragen Sie dazu dies regelmässig zu tun.
  6.  
  7. Hilfe durch ein Team von (externen) Experten: In den seltensten Fällen werden Sie nur eine Agentur benötigen. Sie kaufen ja auch nicht sämtlichen anderen Dienstleistungen bei nur einem Lieferanten sondern haben vermutlich ein dutzend Partner für die verschiedensten Bereiche im Einkauf, oder ? Es ist illusorisch nur einen Partner zu haben, der Sie bei einer derart komplexen, wichtigen und elementaren Sache wie dem Marketing im Internet unterstützt. Sie brauchen mindestens: Zusätzlich zur Agentur für die Website (Design, Programmierung, Umsetzung) einen zusätzlichen Suchmaschinen-Experten (und zwar einen der sich damit richtig gut auskennt), jemanden der sich um Anzeigen kümmert, jemanden für Texterstellungen, jemanden für die Social-Media-Betreuung usw. Sinnvoll ist auch jemand der versucht alles zukoordinieren und aus eigenem Antrieb immer wieder tätig wird und proaktiv ständig Vorschläge macht. Stellen Sie Ihr betreuendes Internet-Team sorgfältig zusammen und da sollte mindestens ein Mitarbeiter auch aus dem Betrieb eng mit zusammen arbeiten - ganz ohne Impulse aus Ihrem Unternehmen geht es auch nicht (gerade bei sozialen Netzwerken).

Fortsetzung: "10 Tipps für mehr Unabhängigkeit von Hotels: Wie erreicht man Direktbuchungen ?" 

  1. Synergieeffekte durch Kooperationen nutzen: Auf den ersten Platz unter "Hotel Wuppertal" beispielsweise kann nur einer sein. Diese Pole-Position zu erreichen ist nicht einfach - vor allem wenn sie von Konzernen mit großer Schlagkraft besetzt sind (und die werden die nicht kampflos räumen, dies sei Ihnen versichert). Von daher würde es Sinn machen sich mit Kollegen zusammen zu tun und dort eine eigene kleine Website zu etablieren, von wo der Traffic an alle teilnehmenden Betriebe verteilt wird. Wenn 20 Betriebe mitmachen und jeder gibt 1k Euro / Jahr, ständen dafür 20k im Jahr zur Verfügung - damit könnte man sicher schon was bewirken. Besucher, die vielleicht dann nicht mehr bei HRS & Co landen müssten.
  2.  
  3. Empfehlungs-Marketing und Gäste-Loyalität nutzen: Eine Schlüsselrolle nehmen Gäste-Empfehlungen ein. Es sollte das Ziel sein diese von den Bewertungsportalen zu lösen und auf die eigene Website zu verlagern. Hier ist zu überlegen wie man dies seriös, glaubhaft und transparent löst. Negative Bewertungen gehören dazu und machen die restlichen glaubwürdiger. Bei vielen Hoteliers wäre dazu aber auch ein anderer Umgang mit Bewertungen nötig: Die meisten sehen die immer noch als was abgrundtief böses und überaus lästiges an. Das Gegenteil ist der Fall: Sie sind überhaus hilfreich (seinen Betrieb ständig zu verbessern) und bewirken nahezu ausschließlich positives. Agieren statt reagieren - es muss das Ziel sein aus Erst-Besuchern und -Gästen überzeuge "Wiederholungstäter" zu machen, welche idealer Weise direkt auf der eigenen Website buchen (an HRS & Co vorbei).
  4.  
  5. Neue Technologien einbeziehen (z.B. Facebook & Co): Wenn ich Vorträge über Web 2.0, 3.0, 4.0 usw. halte, ist immer wieder erstaunlich die Reaktionen zu beobachten die da reichen vom einfachen erstaunen "wie das geht ?" bis totalen Abscheu "das geht mal gar nicht". Was man nicht kennt und versteht wird als ätzend eingestuft. Aber Vorsicht: Nur weil man es selber nicht nutzen mag, heißt dies nicht dass Ihre Gäste es nicht nutzen wollen und nutzen werden. Wir sind noch immer am absoluten Anfang. Wir haben gerade das Baby-Zeitalter im Internet hinter uns gelassen. Was in den nächsten 10-20 Jahren noch folgt, wird um ein vielfaches heftiger und umwälzender werden. Wenn die Hotellerie aber jetzt schon bei der Bewältigung der allerersten Stufe derart versagt hat und Portale wie HRS.de & Co letztendlich nur daraus ihren Profit ziehen können - dann gute Nacht für die Zukunft. Schlafen Sie weiter und verlassen sie auf keinen Fall ihre eingerichtete Komfortzone, es könnte sonst mal ein ganz böses erwachen geben.
  6.  

Herausforderung "Internet" gemeinsam stellen - wir helfen Ihnen !

Wenn die Hotellerie nicht aufwacht und endlich reagiert, am besten auch aktiv in die Zukunft agiert, werden auch zukünftig Dritte Umsatz und Profit abschöpfen - mehr denn je. Und ich prophezeie, dass dies in einem immer stärkeren Umfang geschehen wird. Die Grenzüberschreitung von 20% Umsatzbeteiligung halte ich dabei deutlich vor 2020 für möglich und keinesfalls für abwegig (jedes Jahr nur ein klitze-kleines Prozentli ...). Ganz im Gegenteil: Richtig große Vermittler nehmen in anderen Branchen auch heute schon gerne 30% und mehr - wenn man da mal etwas nach links und rechts schaut und z.B. an die Provisionen von Apple von den App-Entwicklern denkt oder von Google bei der Vermittlung von Anzeigen. Da ist also für die Hotelportale noch Optimierungsbedarf um an die Zielmarke von 30% zu kommen.

Man fragt sich echt warum die Hotellerie derart im Tiefschlaf ist und auf wen die eigentlich warten ? Wir stehen auf jeden Fall bereit: Meine Portunity-Firmen haben nicht nur Programmierer, welche sich mit den aktuellen Web-Techniken (HTML5, CSS3, Javascript & Co) richtig gut auskennen, sondern wir haben vor allem auch das Wissen bezüglich aktueller Trends. Ich selber beschäftige mich damit fast täglich > 1 Stunde mit Zukunfts-Trends und probiere auch immer wieder neue Techniken aus - wozu ich auch meine Mitarbeiter immer wieder ermutige. Dazu haben wir Experten für Suchmaschinen, Social-Media, App-Entwicklung und viele andere Bereiche. Von daher können wir sowohl beratend als auch konkret unterstützend - gerne auch in Zusammenarbeit mit Agenturen, die wir im übrigen nie als Konkurrenz sondern als Partner sehen - tätig werden.

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Oliver Bletgen
#1 Oliver Bletgen | 25.01.2012 um 10:10 Uhr
Toller Beitrag!
Sie vergessen nur, dass Hoteliers nicht Hotiers geworden sind um am Ende das halbe Leben vor dem PC zu verbringen. Sie sind Hotelier geworden um in erster Linie dem Menschen als Gast zu dienen.
Klar machen die genannten Buchungssysteme einen besseren Job in Sachen Internet, weil es aber auch ihr verdammter Job ist.
Ich kann ihnen schon jetzt versichern, bevor ich mehr als 20% Provision zahle oder Ihnen leppische 20.000 Euro in den Rachen schiebe, werde ich Hotelier an den Haken hängen, mich umschulen, und viell. werde ich dann Informatiker und verdiene dann auch mehr Geld.
Ehrlich empfinde ich es als unverschämt von jemandem, der sich damit täglich beschäftigt von Hoteliers zu erwarten, dass sie sich auch soviel damit beschäftigen oder aber anderenfalls ein Vermögen dafür ausgeben.
Ihr Aufruf ist deswegen nicht falsch, das ist wohl jedem Hotelier bewußt, sie meinen es auch möglicherweise auch nur gut und verfolgen damit grundeigene Interessen, aber die Art und Weise so über Menschen herzuziehen, die ursprünglich einen Beruf gewählt haben, weil sie eben nicht das Internet als Lebenmittelpunkt sehen wollen, läuft fehl.
Wie schon gesagt, es gibt immer auch einen dritten Weg, bevor man das tun muss, was man nicht tun will.

Über den Autor

Björn Rücker
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