Domains in Gold (Teil 2)

Nachdem ich im ersten Teil meines Blog-Artikels die Domain-Trendstudien von Sedo in Gold-Unzen betrachtet hatte, mache ich genau dies für die Top-10 und Top-50 Domainverkäufte vom DNJournal sowie für den kürzlich von Sedo vorgestellten Domain-Preis-Index IDNX.

Hierbei treten Abweichungen zum Ergebnis aus dem ersten Artikel-Teil auf - rückschauend gesehen wenig überraschend aber dennoch spannend.

Zum Teil 1: Domains in Gold - Fortsetzung:

Um zu schauen ob es bei den TOP-Domain-Verkäufen Unterschiede zur Masse gibt, habe ich die veröffentlichten jährlichen Ranglisten vom DNJournal verarbeitet (2006, 2007, 2008, 2009 und 2010) und aus den Top-10 bzw. Top-50 Domain-Transaktionen die Durschnittspreise berechnet - und diese ebenfalls wieder in Unzen Gold umgerechnet:

Bei den TOP-Domains sieht die Betrachtung in Gold-Unzen also anders aus als bei der Masse der Domain-Transaktionen aus Teil 1 - zumindest fallen sie nicht massiv ;)

Klar hat Sedo im übrigen natürlich ein sehr starkes Interesse an steigenden Domainpreisen. Auch das Investoren in Domains investieren geht in diese Kerbe. Denn bei jeder Transaktion, die über Sedo läuft, wird kräftig mitverdient. Also kein Wunder dass hier gerne steigende Preise dargestellt werden.

 

IDNX - Neuer Preisindex für die Domainbranche

Da kommt der "erste aussagekräftige Preisindex für die Domainbranche" - wie er im Sedo-Newsletter angepriesen wird - gerade recht. Auch diverse Domain-Blogs wie das vom Domainvermarkter-Magazin berichteten bereits über den neuen Index. Völlig unabhängig von Thies Lindenthal - immerhin kräftig unterstützt von Sedo - erfunden und publiziert, wird hier versucht ein Preisindex für Domains unter dem Kürze IDNX im Markt zu etablieren. Immerhin auf über 200.000 Domain-Transaktionen basiert das Werk.

Im Gegensatz zur jährlichen Domain-Studie von Sedo wird der Index aber anders berechnet und auch die Qualität der gehandelten Domains einbezogen. Wie genau dies geschieht, wird in einem PDF-Dokument erläutert - dürfte für die meisten Domainhändler und -interessierten mangels wissenschaftlichen Knwhow zu abstrakt sein (sprich kaum nachvollziehbar). Aber gut das es offen gelegt ist und ich begrüße natürlich auch den wissenschaftlichen Ansatz. Also diesbzgl. soll das hier keine Kritik sein, wenngleich die eine oder andere feine Sticheleien dabei ist (denn so "unabhängig" ist der Index natürlich ganz und gar nicht) - man möge es mir also bitte verzeihen und nachsehen.

Nun denn: Auch bzgl. des Domain-Preis-Indexes wage ich den Vergleich mit Gold. Zunächst habe ich mal die Entwicklung des Domain-Preis-Indexes mit der Entwicklung des Gold-Preises in US$ in ein Chart gesetzt:

Allerdings ist der Domain-Index ein Wert, der zum 1.1.2006 auf den Wert 100 gesetzt wurde und von da an die Abweichung zu diesem Start-Wert darstellt. Dies kann man natürlich auch mit dem Goldpreis tun, sich also einen Gold-Index bauen der ebenfalls am 1.6.2006 bei 100 startet:

Und interessant wird es nun, wenn man beide Indexe in ein Verhältnis zueinander setzt:

Vor der Wirtschaftskrise (in meinen Augen minimale Vorbeben für das was noch kommt) konnten Domains tatsächlich gegenüber Gold im Preis steigen - dafür war der Verfall von 2007 bis 2009 aber umso böser. Von 2009 bis 2011 stagniert das ganze in einer Seitwärtsbewegung, wobei vor kurzem möglicherweise eine Widerstandslinie nach unten durchbrochen wurde: Der Goldpreis gegenüber Dollar und Euro steigt weiter in seinem relativ stabilen Aufwärtskanal, während die Domainpreise lt. Index vor zwei Monaten nach unten abgekippt sind.

Hier sind wir an einem spannenden Scheidepunkt wo sich entscheiden wird, ob das Gold-Domain-Verhältnis weiter stabil bleibt - oder es sich anders entwickelt.

Könnte es hier Reflexionen aus der ICANN-Entscheidung bzgl. der Zulassung neuer Domain-Endungen geben ? Oder welchen Auslöser könnte diesen Effekt produzieren ?  

Summary

Wie auch immer: Vergleicht man den Domain-Preis-Index (wo wie gesagt lt. eigener Auskunft Qualitätsmerkmale mit einberechnet sind !) mit den Sedo-Marktstudien (über alle Domains) und der Auswertung basierend auf den DNJournal-Rankings (TOP10 / TOP50), stellt man fest, dass gute TOP-Domains halbwegs stabil bleiben (im weisten Sinn), während die Masse der gehandelten Domains vom Wert sinken.

Man möge mal die Gold-Domain-Charts vom IDNX im Vergleich zu den Charts der TOP-Domains und der Masse der Domains (aus Teil 1) anschauen und vergleichen. Da stellt sich aus meiner Sicht die Frage, ob der IDNX durch die einbezogenen Qualitäts-Standards nicht zu sehr an den TOP-Verkäufen ausgerichtet ist ? Dahinter stehen natürlich auch die Fragen, ob  dies eine gewollte und für die Masse der Transaktionen im Domainhandel sinnvolle Trimmung darstellt ?

Ich persönlich finde das Experiment "Domains in Gold" auf jeden Fall sehr spannend und werde diese Sichtweise deshalb auch in Zukunft weiter verfolgen. Und ich hoffe sie eröffnet den einen oder anderen interessierten Leser ebenfalls neue Aspekte.

Auch wenn es hier auf den ersten Blick anders rüberkommen mag: Grundsätzlich bin ich übrigens sehr positiv gegenüber Domains eingestellt - auch in Bezug auf "kaufen, halten und projektieren" sowie "handeln".

Allerdings sollten wir - wie überall im Leben - mit offenen Augen durch die Welt marschieren. Und dazu gehört auch zu erkennen, dass Domain-Preise eben nicht pauschal immer nur steigen - wie manch einer es gerne hätte oder versucht auch im eigenen Interesse zu propagieren. Schon gar nicht im Context einer Welt-Schulden-Wirtschaftskriese, welche jetzt erst noch auf uns zukommt.

Alles was da in der Welt-Wirtschaft und -Politik bislang geschah - waren meiner Meinung nach minimalste Erschütterungen mit < 1 auf der Finanz-Richterskala. Das große Hauptbeben mit 8,0 steht noch aus, dass es kommt ist (für mich) zu 100% sicher. Nur ob wir noch Wochen oder das eine oder andere Jahr davon entfernt sind, da bin ich mir noch nicht klar drüber.

Von daher sind Sach- und Wertgegenstände in jedem Fall Papier- oder Giralgeld-Beständen unter Anlage-Gesichtspunkten vorzuziehen - eine gute wertige TOP-Domain kann solch ein Sach- und Wertgegenstand sein. Und er ist deshalb hundert mal besser als eine Lebensversicherung oder sonstiger Blödsinn.

Eine gute wertige Domain wird die kommende Zeit besser überstehen als so manch andere Sparanlage. Von daher sind wir bei Portunity Media derzeit auch nicht an Verkäufen von Domains aus unserem eher kleinen Portfolio sonderlich extrem interessiert (was sollen wir auch mit Papiergeld?) - Ausnahmen bestätigen die Regel wenn der Preis stimmt, Angebote in Gold-Unzen werden natürlich bevorzugt ;)

Aber die Betonung liegt hier ganz klar auf "wertige TOP-Domain". Davon gibt es nur wenige hundert die jedes Jahr gehandelt werden. Für die Masse der gehandelten Schrott-Domains gilt dies meiner Meinung nach explizit nicht, denn diese scheinen seit Jahren im Preis - bezogen auf die Kaufkraft - zu sinken und dies zurecht. Und die neuen Domainendungen werden nächstes Jahr möglicherweise ihr übriges bei den Schrott-Domains dazu tun.

Gute Premium-Domains werden aber steigen - in Euro und Dollar müssen sie dies zwangsweise und systembedingt (ich mag dieses Wort nicht sehr - aber hier ist es nun mal passend und korrekt). Und in Gold werden Sie sich hoffentlich weiter halten, dass sie gegenüber Gold steigen wage ich allerdings zu bezweifeln. Denn im Gold haben Sie einen ziemlich mächtigen Gegner.

So richtig es ist sein Anlage-Portfolio mit physischem Gold abzusichern: Nur in Gold zu investieren wäre auch verkehrt, man denke nur mal über ein mögliches Goldverbot nach. Von daher sind gute Top-Domains - wie andere Sachanlagen auch - für mich ein probables Mittel zu diversifizieren.

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Lea Rücker
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