OpenVPN-Tunnel (IPv4) unter Debian-Linux einrichten (Anleitung)

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Diese Anleitung zeigt Ihnen in wenigen Schritten, wie Sie unter Linux (hier: Debian) einen OpenVPN-Tunnel mit einer statischen IP-Adresse (IPv4) einrichten.

Diese Anleitung sollte auch mit anderen Debian-Derivaten (wie z.B. Ubuntu oder Mint) funktionieren. Auf vielen anderen Linux-Distributionen (wie z.b. OpenSUSE oder Fedora) ist die Vorgehensweise ähnlich.

Inhaltsverzeichnis

Wichtiger Hinweis zu Firewalls

Sollte die OpenVPN-Verbindung nicht aufgebaut werden können oder immer wieder nach kurzer Zeit zusammenbrechen, prüfen Sie bitte ob Ihre Firewall ICMP-Pakete verwirft. Diese sollten Sie zumindest von und zu unserem Tunnelserver akzeptieren, um einen störungsfreien Betrieb zu gewährleisten. ICMP ist mehr als "nur Ping" und wird vielmehr auch genutzt, um die MTU der Gegenstelle zu erfragen oder herauszufinden ob ein Port bereits genutzt wird. Im Zusammenhang mit Tunnelprotokollen ist es daher wirklich wichtig, dass diese Informationen übermittelt werden können.


Statische Routen und Firewall-Freigaben

Falls Sie statische Routen setzen oder die Verbindung zum Tunnelserver in Ihrer Firewall freischalten müssen, beachten Sie bitte die hier aufgeführten Informationen zu IP-Netzen und Protokollen.

Schritt 1: Paket installieren

Installieren Sie zuerst das OpenVPN-Paket der Distribution:

apt-get install openvpn

Schritt 2: Grundkonfiguration

Nun gibt es das Verzeichnis "/etc/openvpn" – wechseln Sie bitte dort hinein.

Laden Sie nun bitte die Konfigurationsdatei für Ihren Tunneltarif herunter - den Link dazu finden Sie im Kundencenter. Im weiteren Verlauf werden wir die Datei mit openvpn.tpX.tunneleinwahl.de-udp.ovpn bezeichnen - verwenden Sie stattdessen den Namen der Datei, der Ihnen im Kundencenter zum Download angeboten wird.

cd /etc/openvpn
wget "https://service.portunity.net/downloads/vpn-tunnel/openvpn.tpX.tunneleinwahl.de-udp.ovpn"

Öffnen Sie diese Datei nun mit einem Texteditor und suchen Sie die Zeile

#auth-user-pass portunity.login

und entfernen Sie die führende Raute vor dieser Zeile, um sie zu aktivieren. Ein paar Zeilen darüber finden Sie die Zeile "auth-user-pass" - diese muss mit einer vorangestellten Raute auskommentiert und damit deaktiviert werden.
Die Datei sollte dann (auszugsweise) so aussehen:

## Zugangsdaten abfragen und nicht aus einer Datei lesen
#auth-user-pass

## Zugangsdaten aus einer Datei lesen
auth-user-pass portunity.login


Legen Sie nun mit einem Texteditor die Datei portunity.login an. Tragen Sie darin in die erste Zeile den Benutzernamen Ihres Tunnels ("tunnelXXXXXX") ein, in die zweite Zeile das Kennwort des Tunnelzugangs. Die Datei sollte dann beispielhaft so aussehen:

tunnelXXXXXX
hochgeheimeskennwort


Weitere Anpassungen (optional)

  • redirect-gateway: Dies ist standardmäßig aktiviert und sorgt dafür, dass der Tunnel als Standardgateway gesetzt wird. Wenn dies nicht gewünscht wird, muss diese Zeile auskommentiert werden und stattdessen mit PBR (Policy Based Routing) gearbeitet werden.
  • user nobody bzw. group nobody: Hiermit wird erreicht, dass der Tunnel-Prozess als unpriviligierter Nutzer läuft. Auf den meisten Distributionen sind User und Gruppe "nobody" vorhanden – falls nicht, muss das hier angepasst werden.
  • verb: Im Falle von Problemen kann hiermit die "verbosity", also das Level der Ausführlichkeit von Log-Meldungen erhöht werden. Je höher die Ziffer, desto mehr Informationen gibt es (maximaler Wert: 7)

Schritt 3: Starten des Tunnels per SysinitV

Wichtig! Dieser Schritt wird nur auf älteren Systemen benötigt die noch mit SysinitV arbeiten. Für moderne Systeme die mit SystemD arbeiten springen Sie bitte zu Schritt: 5 Starten des Tunnels per systemd


Tunnel aktivieren:

/etc/init.d/openvpn start portunity

Prüfen, ob der OpenVPN-Tunnel gestartet wurde

ip addr show
38: tun0: <POINTOPOINT,MULTICAST,NOARP,UP,LOWER_UP> mtu 1400 qdisc pfifo_fast state UNKNOWN qlen 1000
    link/none
    inet 188.246.4.X/22 brd 188.246.7.255 scope global tun-pty
    inet6 2a02:a00:e00f:ffff::XXX:XXXX/64 scope global
       valid_lft forever preferred_lft forever


Wenn der Tunnel nicht aufgebaut wurde können Sie diesen manuell ohne Startscript starten, um die Ausgabe live zu verfolgen:

openvpn /etc/openvpn/openvpn.tpX.tunneleinwahl.de-udp.ovpn
  • Wenn Sie OpenVPN beim Start Ihres Systems automatisch starten lassen haben Sie den Tunnel auch gleichzeitig bootfest gemacht!

Schritt 4: Stoppen des Tunnels

/etc/init.d/openvpn stop portunity

Schritt 5: Starten des Tunnels per SystemD

Die nachfolgenden Schritte werden benötigt, wenn Ihr System mit systemd arbeitet.

Nachdem Sie die Konfiguration und die Login-Daten entsprechend angepasst haben können Sie den Tunnel mit diesem Befehl starten:

systemctl start openvpn@openvpn.tpX.tunneleinwahl.de

Prüfen, ob der OpenVPN Tunnel gestartet wurde

ip address show

38: tun0: <POINTOPOINT,MULTICAST,NOARP,UP,LOWER_UP> mtu 1400 qdisc pfifo_fast state UNKNOWN qlen 1000

   link/none
   inet 188.246.4.X/22 brd 188.246.7.255 scope global tun-pty
   inet6 2a02:a00:e00f:ffff::XX:XXXX/64 scope global
      valid_lft forever preferred_lft forever


Die Tunnelverbindung wird mit dem Befehl

systemctl stop openvpn@openvpn.tpX.tunneleinwahl.de

beendet.

Schritt 6: Den Tunnel bootfest machen

Damit sich der Tunnel bei jedem Systemstart automatisch aufbaut, führen Sie bitte diesen Befehl aus:

systemctl enable openvpn@openvpn.tpX.tunneleinwahl.de


Damit sich der Tunnel nicht mehr automatisch bei jedem Systemstart aufbaut

systemctl disable openvpn@openvpn.tpX.tunneleinwahl.de


Abschließende Hinweise

Wegen der Komplexität gehen wir in diesem Artikel nicht auch Dinge ein wie:

Um zusätzlich IPv6 Nutzen zu können folgen Sie bitte anschließend der Anleitung OpenVPN-Tunnel (IPv6) unter Debian-Linux einrichten)

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